Das LOL²A-Prinzip oder die Vollkommenheit der Welt von René Egli (CH-Oetwil a. d. L. 2005) beschreibt auf sehr radikale und pragmatische Weise „worauf es im Leben ankommt“. Die Perspektive des Autors ist stark geprägt von seinem ökonomischen Hintergrund. Egli kommt aus dem Verkauf und die Frage „Wie kann ich in einem Minimum an Zeit ein Maximum an Umsatz machen?“, ist seine Devise.
Der zentrale Grundsatz des LOL²A-Prinzips heißt: „Eine Veränderung muss zuallererst bei mir selbst beginnen“. Denn, wenn jeder vor seiner eigenen Türe wischt, ist überall gewischt. Und: „Es gibt nur eine wichtigste Person auf der Welt, die sich ändern muss, und diese Person sind Sie. Alle anderen wollen wir in Frieden lassen“. Das klingt zunächst gut und ist von einer bestimmten Warte betrachtet sicherlich auch richtig. Aber wenn Egli behauptet: „Die Welt ist das, was Sie von ihr denken! Sie sind also nicht irgendeiner guten oder schlechten Welt ausgeliefert. Sie ganz allein bestimmen ihre Welt. Sie entscheiden, ob ihre Welt gut oder schlecht ist“, dann wirkt er auf mich wie ein fanatischer Heilsbringer, der bestimmte Bezüge unserer Realität für sich ignoriert und ausblendet. Ganz besonders zeigt sich die Eindimensionalität seines Ansatzes, wenn er beschreibt, dass nur den Menschen Böses geschehen kann, die auch Böses denken bzw. Angst davor haben, dass ihnen Böses geschieht. Jemand der nur an Liebe denkt, dem wird keine Gewalt zuteil. Und wie konnte es dann passieren, dass Jesus gekreuzigt wurde? Warum wurde Gandhi erschossen? Warum bringt die chinesische Besatzungsmacht unermessliches Unglück über die friedvollen Tibeter? Die Liste ließe sich ins Unendliche weiterführen. Am wichtigsten bleibt hier jedoch die Frage, wie es sein kann, dass unschuldige Kinder geschändet und getötet werden, die in diesem Leben noch keine Gelegenheit hatten, Böses zu denken oder Angst vor dem Bösen aufzubauen.
Alle Menschen sind gemäß des LOL²A-Prinzips selbst verantwortlich für die Dinge, die ihnen widerfahren im Leben. Jeder Einzelne ist sein eigener kleiner Gott und somit der alleinige Lenker seines Schicksals. Und diese ungeheuerliche Macht besitzt er Kraft seiner Gedanken. Denkt der Mensch Gutes, hat er ein ausreichendes Maß an Liebe und Dankbarkeit in seinen Gedanken, dann sendet er auf der „richtigen Frequenz“ und er wird die richtigen Dinge magisch anziehen – Reichtum, den richtigen Partner, den richtigen Job.
Das eigentliche LOL²A-Prinzip funktioniert nach Egli so: „Das LOLA-Prinzip besteht aus drei Teilen; aus LO für Loslassen, aus L für Liebe und A für Aktion = Reaktion. Das L² steht für die Vorstellung, dass sich „die Leistung eines Menschen beim Einsatz von mehr Liebe nicht einfach linear erhöht, sondern im Quadrat“. Meint: „Wenn die Spannung (= Energie = Liebe) erhöht wird, dann nimmt die Leistung im Quadrat zu.“
Ich finde es schade, dass Egli ähnlich wie Rhonda Byrne, Autorin von „Das Geheimnis“ seine Thesen als allgemeingültig und unumstößlich darstellt. Ein gewisses Augenzwinkern und eine Akzeptanz dessen, dass wir alle nicht „die“ mächtigen Energiezentren dieses Universums sind, sondern von einer – ebenfalls übergeordneten Warte aus betrachtet – nur winzige Tropfen in einem unendlichen Ozean aus Energien, würde diesen Ansatz umso vieles sympathischer machen.
Auch diese Härte und Ignoranz, der ökonomisch-liberalen Mentalität, die sich hinter einem Deckmantel aus allumfassender Liebe versteckt. Sollen wir wirklich einem Menschen, der z.B. gerade auf Haiti seine gesamte Familie, seine Existenz und vielleicht sogar noch seine Gesundheit verloren hat, vermitteln, dass er dankbar sein soll, dafür, dass ihn dieses Schicksal ereilt hat? Oder sollen wir ihm einfach klar machen, dass er sich dieses Schicksal Kraft seiner Gedanken ja herbei „gezaubert“ hat?
Wenn ich diesen Ansatz zuende denke, dann bleiben für mich viele Fragezeichen. Dennoch bin ich überzeugt, dass sehr viel Wahres in dem Buch steckt und wir als Lesende den einen oder anderen Gedanken daraus ziehen können.
Auch wenn es letztlich nichts anderes besagt als andere Lehren wie zum Beispiel das Tao te king oder die Lehren von Gautama Siddhartha, Eckhardt Tolle oder The Secret. Zusammengefasst: Es geht um postives Denken und die Kraft der Dankbarkeit und des Gebets.
Das LOL²A-Prinzip
Februar 21, 2010The Secret und die Kraft der Dankbarkeit
Januar 30, 2010Ich werde diese sagenumwobene Kraft der Gedanken testen. Ich werde diese eigentlich sehr einfachen Übungen anwenden und hier auf dem Blog über meine Erfolge berichten.
Ist schwierig daran zu glauben. Aber ich werde das jetzt für Euch ausprobieren und Euch kontinuierlich berichten. Wenn Ihr den Film gesehen habt, hier kommt noch einmal eine Kurzzusammenfassung des Secret-Prinzips:
1. Leiste keinen Widerstand!
„Kein Widerstand“ nimmt einfach die geistige Einstellung an, daß das, was auch immer gerade ist, ist, und wir nicht dagegen kämpfen. Bedenke, dass „Kein Widerstand“ nicht bedeutet, ein Fußabtreter für jeden sein zu müssen. Es bedeutet nur, daß du mit der Wirklichkeit nicht streiten sollst. Was ist, das ist!
Als nächstes erinnere dich, daß du entscheiden kannst, wie du die Situation nennst – gut oder schlecht. Du weißt, daß das Gute da ist (und, ja, ich weiß, es ist manchmal schwer zu erkennen, wenn du mittendrin steckst), aber du weißt wirklich: Es ist da.
2. Finde das Gute in der Situation und sei dankbar!
So finde das Gute in der Situation, und sei dankbar dafür! Das verändert die Energie von dem, was du willst und ist der zweite Schritt vom Gesetz der Dankbarkeit.
3. Sei glücklich und unzufrieden!
Die Zufriedenheit mit dem Status quo setzt einen Deckel auf dieses Verlangen in dir, das immer wachsen, sich ausbreiten, mehr sein und mehr Erfahrung haben will. Wenn wir zufrieden sind, bleiben wir stecken, hören auf zu wachsen und fangen an zu rosten. Der Rang, den du haben willst, ist glücklich und unzufrieden! Mit anderen Worten, sich riesig freuen über das, was du hast, freudig und dankbar für deine Leistungen und Segnungen und gleichzeitig begeistert von deiner Fähigkeit zu sein, es noch besser zu machen.
4. Vergebe jedem, der dir jemals irgendetwas angetan hat!
In einem Universum mit Ursache und Wirkung kommt jeder Gedanke, den wir in die Welt setzen, multipliziert zu uns zurück. Und Ressentiments sind emotionale Bomben, die immer auf die eine oder andere Art wie ein Bumerang auf uns zurückkommen.
Aus diesem Grund gibt es in jedem Bereich deines Lebens, in dem du nicht verzeihen kannst oder willst, eine Blockierung im Fluß deines Erfolgs. Die einzige Art, sie zu lösen, ist, bereit zu sein, die Person oder Situation mit Dankbarkeit loszulassen, für das, was sie dir gebracht hat.
Aus Wes Hopper Horn Creek-Production www.HornCreek.com; Übersetzt von Helmut Linde, www.linde-seminare.de
Friedericke Mayröcker
Januar 30, 2010Strahl’s und / oder Reise im Landschiff im Frühling, ein plötzlicher Schnee ein Schmerz eine tiefe Versenkung, man atmet leichter, zuweilen stellt sich sogar Schlaf ein, aber allmählich wird man in eine andere Welt getragen..
endlich ein Aufflammen, ein Erlöschen von Licht in Fenstern ein Aufglühen in Grün Blau und Purpur -
SIE SIND JETZT SCHON ETWAS ANDERES: Sie haben sich abgelöst, von mir so habe ich mich gelöst, von Ihnen : und vielleicht sei jeder von uns, vielleicht sei wahrhaftig jeder von uns im Begriff in eine neue Bewusstseinsphase zu treten –
Aus: F. Mayröcker, Die Abschiede, S. 258.
Was ist Sehnsucht?
Januar 30, 2010Was genau ist diese Sehnsucht, die ich empfinde? Sehne ich mich überhaupt nach dir oder sehne ich mich nach der Idee, die ich von uns hatte?
Trotzdem. Trotzdem bin ich nicht losgegangen und habe mir Zigaretten gekauft. Trotzdem habe ich mich gestern Abend nicht betrunken, nicht mal einen Joint habe ich geraucht. Und ich habe auch nicht wie ein hypnotisiertes Kaninchen auf meine Telefone gestarrt oder auf eine Email gewartet.
Ich schreibe das nur, weil ich so erstaunt bin, so voller Ehrfurcht und Faszination über dieses Wunder. Das Wunder, dass ich erlebe, seitdem ich die Sangha gefunden habe. Jahrelang habe ich Therapien gemacht, alles getan, mich stetig bemüht besser mit mir, mit meinem Leben zurecht zu kommen. Mal hatte ich auch das Gefühl, dass ich etwas besser mit den Dingen umgehen könne, mal war das Gefühl wieder verschwunden.
Aber was ist das im Vergleich zu dem, was ich an Veränderungen empfinde, seit ich praktiziere? Therapie hört da auf, wo Religion anfängt. Buddhismus ist für mich das bisher größte Abenteuer meines Lebens. Seit fünf Monaten bin ich jetzt verbunden und fast jeder Tag hält neue überraschende Fragen, Antworten und Aufgaben bereit. Und plötzlich kann ich viel häufiger so sein, wie ich sein will – klar. Ich schaffe es (manchmal, immer häufiger), so zu sein, wie ich als Kind war und mir damals wünschte, dass ich als Erwachsene auch bleiben würde.
Als Kind verstehst du oft nicht, warum sich die Erwachsenen aufregen, so wütend sind, sich solche Sorgen machen – du verstehst gar nicht worum es genau geht, was so schlimm an einer Sache ist.
Vor allem verstehst du es nicht, wenn Paare streiten, warum sich Erwachsene oft so unglaublich kindisch und unvernünftig benehmen.
Vor allem habe ich damals nicht verstanden, warum sich meine Mutter hat so behandeln lassen. Warum hat sie diese grauenhaften Launen über sich ergehen lassen, warum hat sie ihn denn nicht einfach gehen lassen? Warum, habe ich mich als kleines Mädchen so oft gefragt, warum stehen bei uns immer Frauen vorm Spiegel und reden davon, dass sie sooo dick und hässlich sind?
Warum regen sie sich permanent über Dinge auf, die sie nicht ändern können, oder scheinbar auch gar nicht ändern wollen. So oft gab es keinen Grund, der sie ernsthaft daran gehindert hätte, dieses oder jenes zu ändern – falls sie es denn hätten ändern wollen.
Ist Sehnsucht nicht oft genug eine Projektion? Projeziieren wir nicht oft genug auf einen Menschen unsere Träume? Träume, die wenig mit dieser einen Person zu tun haben?
Oft habe ich darüber nachgedacht: Ich habe mir dich gewünscht. Genau dich. Dachte ich zumindest. Ich habe mir jemanden gewünscht, bei dem ich mir sicher bin. Ich wollte nicht immer diese Zweifel an meiner Liebe haben. Also habe ich mich so sehr verliebt, dass ich immer Herzklopfen hatte, als ich dich sah. Ich hatte Herzklopfen als ich deinen Namen im Display meines Telefons sah, ich war so glücklich, die wenigen Male, die du mich wirklich gehalten hast.
Immer noch hättest du so ein leichtes Spiel mit mir. Würdest du jetzt vor meiner Tür stehen – ich würde dich nicht abweisen. Ich würde jedes liebe Wort, jede Kleinigkeit, jede zärtliche Geste aufsaugen. Aber was würde das ändern?
Wieder würdest du nach kurzer Zeit wie ausgewechselt sein. Wieder würdest du schon während du mit mir Liebe machst an dieser unsichtbaren Mauer bauen. Damit sie schon wenige Momente später wieder eine Festung um dein geschundenes Ich bildet.
Sehne ich mich nach diesem Spiel? Oh ja, ich sehne mich danach. Aber es keine gesunde Sehnsucht. Ich will aufhören damit.
Ein Traum
Januar 29, 2010Heute Nacht hatte ich einen Traum. Ich träumte davon ein Insektenwesen zu sein. Mein Insektenich in dem Traum hatte einen Freund, ein anderes Insektenwesen. Das Ich liebte das andere Wesen sehr, hatte aber Angst, es ihm zu sagen, denn es fühlte, dass es nicht zurück geliebt würde.
Aber dann, eines Tages, wollte es doch seine Liebe zeigen, die Angst davor, zurückgewiesen zu werden, war verschwunden. Aber das andere Insektenwesen war plötzlich ganz schwach und krank. Da sagte das Insektenich doch nichts mehr, sondern pflegte das arme Geschöpf.
Viele Monate waren vergangen, als eines Tages mein Insektenich an die Schlafstätte des geliebten Wesens trat. Aber da war es nicht mehr, es war verschwunden. Nur noch eine leere Hülle lag an seinem Platz. Mein Insektenich erschrak, im ersten Augenblick dachte es, dass sein Freund gestorben sei.
Im diesem Moment aber sah es, dass das geliebte Wesen sich entpuppt hatte. Es hatte seine Haut abgelegt und war frisch geschlüpft. Noch feucht und ungelenk in der neuen Gestalt, erklomm das geliebte Wesen gerade ohne zu zögern eine Wand. Es schien gerade seiner neuen, ungeheuren Kräfte gewahr zu werden. Dabei entfaltete es zwei wunderschöne Schmetterlingsflügel.
Mein Insektenich wusste, dass jetzt nichts mehr zwischen ihnen stehen würde. Sie waren zwar immer noch ganz verschieden. Aber dennoch waren sie gleich, auf diese andere Art. Denn sie waren jetzt beide Halbwesen. Und als Halbwesen waren sie sich näher als sie es sich vormals je hätten sein können. Und beide hatten sie nun das ewige Leben.
Seltsamer Traum. Aber auch wunderschön. Ich wollte gar nicht aufwachen. Ich wollte einfach weiterschlafen und von diesen Wesen träumen. Wesen, die ich als Teile von mir geträumte habe.
The Secret
Januar 28, 2010Ask once, believe you have received, and all you have to do to receive is feel good. When you are feeling good. you are on the frequency of receiving. You are on the freyuency of all good things coming to you, and you will receive what you have asked for.
You wouldn’t ask for anything unless it was going to make you feel good in the receiving of it, would you? Do get yourself on the feeling frequency, and you will receive.
Auszug aus: Daily teachings, http://thesecret.tv/index.html.
To be grateful
Januar 28, 2010Vielleicht ist es am Ende so, dass auch diese Trennung eine Chance darstellt? Dass auch hinter dieser Entäuschung etwas auf mich wartet, was viel eher mir entspricht? Vielleicht, dass ich jetzt allein bin und das definiere. Dass ich allein bin und diese Zeit ganz bewusst mit mir allein verbringe?
Ich werde mich in diese Situation hineinbegeben. Mir anschauen, was es ist, was sie in sich birgt. The Secret: Ich bin dankbar und unzufrieden. Dankbar dafür, dass ich soviel lernen durfte. Ich habe soviel über mich selbst gelernt. Wie unklar ich gewesen bin, wie sehr habe ich mich mehr und mehr dazu verleiten lassen, etwas zu leben, das ich nicht wollte. Man kann nicht über die Negativdefinition einer Beziehung in die nächste hinein gehen. Wir sollten uns immer fragen: WAS GENAU WOLLEN WIR DENN? Und nicht, was wir nicht wollen. Dabei kommt am Ende nichts raus.
Danke T, das habe ich von Dir gelernt. Du hast viele viele gute Dinge gesagt, Dinge die Du sehr gut verstanden, aber nicht gelebt hast. Darling, ich weiss, du wolltest nichts Schlechtes für mich, so wie du auch nichts Schlechtes für dich wolltest. Aber was wollten wir denn Gutes füreinander? Wir wussten es beide nicht. Beide sind wir noch in der Defintionsphase dessen.
Ich werde mich dieser Situation jetzt hingegeben, vollkommen hingeben. Ich werde nicht warten, ich werde einfach im Hier und Jetzt sein, in diesem einzig wahren Augenblick und dabei werde ich glücklich sein.
Darüben im Zimmer ist mein erkältetes Mädchen und spielt mit Lego. Ich habe ihr vorhin beim Frühstück den Unterschied zwischen der Microsoft- und der Applewelt erklärt.
Gestern abend haben wir stundenlang Srabble gespielt, danach haben wir nur noch herumgealbert und uns gegenseitig schlechte Witze erzählt.
Das Leben geht ja weiter, es birgt soviele Wunder, jeden Tag. Ich werde weitermachen, weiter tanzen, solange die Musik spielt.
Der Schafsmann
Januar 27, 2010„Tanzen, sagte der Schafsmann. „Immer weitertanzen, solange die Musik spielt. Verstehst du, was ich meine? Tanzen. Weitertanzen. Und nicht darüber nachdenken, warum du tanzst. Versuche nicht einen Sinn darin zu finden. Es gibt nämlich keinen. Sobald du anfängst zu denken, versagen dir die Beine. Und dann kann ich nichts mehr für dich tun. Deine Verbindungen lösen sich in Nichts auf. Verschwinden für immer und ewig. Und dann kannst du nur noch in dieser Welt existieren. Wirst allmählich in diese Welt hineingezogen. Achte also darauf, dass deine Füße innehalten. Lass dich nicht abhalten, auch wenn es dir töricht erscheinen mag. Tanzen, einfach weitertanzen. Dann wird sich die Starre lösen, wenn auch nur langsam. Zum Teil ist es noch zu retten. Alles Brauchbare kann benutzt werden. Tu dein Bestes. Es gibt nichts zu befürchten.
Auszug aus: Haruki Murakami, Der Tanz mit dem Schafsmann.
Eckart Tolle
Januar 27, 2010Wie ist Eckart Tolle eigentlich zu einem spirituellen Meister geworden?
Wenn ich jetzt Eckart Tolle wäre, dann würde ich eines Tages, aus so einem Zustand wie heute einfach aufwachen, und wäre glücklich. Einfach so. Von einen Tag auf den anderen. Ohne zig Bücher, ohne Meditation, Yoga, Beten, Retreat und ich weiss nicht was. Ich würde einfach morgen aufwachen und wäre glücklich.
Meine Gedanken würden aufhören permanent zu dir zurück zu kehren. Mein Herz würde aufhören sich anzufühlen wie gerade frisch operiert. Der Drang, dich anzurufen, dir eine sms oder eine mail zu schicken, wäre verschwunden.
stundenlang habe ich mich abgelenkt, auf finya diese ganzen portaits von diesen typen angeglotzt, ein paar mails ausgetauscht, kurz davor gewesen, ein paar fotos von mir hochzuladen – aber dann doch raus aus der Nummer, weg von diesem Portal.
Schmerzkörper
Januar 26, 2010ich versuche mich nicht mit dem Schmerzkörper zu identifizieren. Keine leichte Aufgabe. Jeder, der das schon versucht hat, weiß, was ich meine. Ich versuche mir den Schmerz vorzustellen wie ein Tier, ein Dämon, der hereinspaziert, ehe du dich versiehst. Hast du vergessen die Tür zuschließen, schwups, schon ist er bei dir und umarmt dich von hinten mit seinen eisernen Krallen. Er packt dich im Nacken, er will dich aussaugen, schlägt seine Zähne in dein Fleisch.
Was kannst du tun, in so einer Situation?
Ich empfehle tanzen, dies lehrte mich schon vor vielen Jahren der Schafsmann, er ist mir in einem Murakami-Buch begegnet. Du kannst den Dämon überrumpeln, indem du dich umdrehst zu ihm – in diesem Augenblick, wenn er dich packt. Leiste keinen Widerstand, sondern umarme ihn. Umarme den Dämon und wiege ihn im sanften Tanzschritt. Er wird überrascht sein, er wird seine Gier, seine Wut, seinen Haß und seine Traurigkeit in diesem Moment vergessen und sich mit dir im Kreise drehen.
Tanze mit dem Dämon, tanze. Oder steichel ihm das zottige, sabbernde Gesicht, fahr ihm sanft mit deinen Händen über die roten glühenden Augen. Ratlos wird er sich abwenden, mit gesenktem Blick. Nach einer Weile wird er ruhiger werden, er wird vielleicht vergessen warum er gekommen ist…
Aber sei dir deiner Sache nicht zu sicher, denn wenn du nicht wachsam bist, dann wird er wieder zum Angriff ansetzen, dann aber richtig. Und dann wird es schwer für dich. Er wird alles geben, damit du dich mit ihm vereinigst, er will dich auslöschen, er will, dass du denkst du wärst er – ein Grobian, ein Borg, der Typ.
Anderer Tip: Zieh dir die Sportklamotten an und geh laufen. Laufe was das Zeug hält, bis dir der Schweiß aus allen Poren rinnt. Das haßt er, da verschwindet er – spätestens nach der zwölften Runde vergeht ihm der Spaß – aber definitiv. Willst du nicht Laufen, empfehle ich alternativ Boxtraining, das ist genial. Eine Übung empfehle ich besonders: Nimm einen Medizinball, hebe ihn über den Kopf und wirf ihn gegen die Wand. Er prallt ab, kommt mit voller Wucht zurück, du fängst ihn auf – und wirfst erneut. Mache dies bis zur totalen Erschöpfung und ich sage dir: An diesem Tag hat der Dämon absolut keine Chance mehr.