Ein Traum

Heute Nacht hatte ich einen Traum. Ich träumte davon ein Insektenwesen zu sein. Mein Insektenich in dem Traum hatte einen Freund, ein anderes Insektenwesen. Das Ich liebte das andere Wesen sehr, hatte aber Angst, es ihm zu sagen, denn es fühlte, dass es nicht zurück geliebt würde.

Aber dann, eines Tages, wollte es doch seine Liebe zeigen, die Angst davor, zurückgewiesen zu werden, war verschwunden. Aber das andere Insektenwesen war plötzlich ganz schwach und krank. Da sagte das Insektenich doch nichts mehr, sondern pflegte das arme Geschöpf.

Viele Monate waren vergangen, als eines Tages mein Insektenich an die Schlafstätte des geliebten Wesens trat. Aber da war es nicht mehr, es war verschwunden. Nur noch eine leere Hülle lag an seinem Platz. Mein Insektenich erschrak, im ersten Augenblick dachte es, dass sein Freund gestorben sei.

Im diesem Moment aber sah es, dass das geliebte Wesen sich entpuppt hatte. Es hatte seine Haut abgelegt und war frisch geschlüpft. Noch feucht und ungelenk in der neuen Gestalt, erklomm das geliebte Wesen gerade ohne zu zögern eine Wand. Es schien gerade seiner neuen, ungeheuren Kräfte gewahr zu werden. Dabei entfaltete es zwei wunderschöne Schmetterlingsflügel.

Mein Insektenich wusste, dass jetzt nichts mehr zwischen ihnen stehen würde. Sie waren zwar immer noch ganz verschieden. Aber dennoch waren sie gleich, auf diese andere Art. Denn sie waren jetzt beide Halbwesen. Und als Halbwesen waren sie sich näher als sie es sich vormals je hätten sein können. Und beide hatten sie nun das ewige Leben.

Seltsamer Traum. Aber auch wunderschön. Ich wollte gar nicht aufwachen. Ich wollte einfach weiterschlafen und von diesen Wesen träumen. Wesen, die ich als Teile von mir geträumte habe.

2 Antworten zu „Ein Traum“

  1. Jan sagt:

    Ein interessanter Blog. Wie Du bei mir schon geschrieben hast, aehneln sich unsere Situationen stark. Ich komme mir vor, wenn ich grade die Anfaenge Deines Blogs lese, als wenn es meine eigene Geschichte ist. Alles ist nur allzu aehnlich.

    Ich weiss das sich das anhoert wie eine billige Floskel, versuch nach vorne zu schauen und nicht an die Vergangenheit zu denken. Ich weiss wie schwer das ist, ich versuche genau das gleiche, jeden Tag auf’s neue und ich muss so manches mal kaempfen um mich nicht zu verlieren. Aber was ich bis jetzt gelernt habe, ist das man fuer eine gute Beziehung sich selber kennen und lieben muss. Man muss sich aktzeptieren mit all seinen Staerken und auch all seinen Schwaechen. Mir faellt es beispielsweise schwer ueberhaupt meine Staerken zu sehen, das muss ich langsam lernen.

    Was ich bei Dir bewunder, so liest es sich zumindest in Deinem Blog, ist Deine Staerke zu erkennen das es so nicht weitergehen kann und die Staerke das dann auch durchzuziehen. Ich kann das nicht. Als ich noch mit meiner Ex-Freundin zusammen war, hab ich so manches mal darueber nachgedacht ob es nicht vielleicht besser waere die Beziehung erstmal zu beenden, aber ich habe es dann doch nicht getan, aus Angst wieder alleine zu sein.

    Ich wuensche Dir viel Kraft und viele neue, gute Freunde. Ich bin gespannt darauf zu lesen wie Deine Geschichte weitergeht.

    Gruss,
    Jan

    • exxe2010 sagt:

      Vielen Dank für Deine einfühlsamen Worte, Jan.

      Ich denke, Du hast vollkommen Recht. Zurückzuschauen hilft uns in so einer Situation nicht weiter, jedenfalls dann nicht, wenn wir in eine Schleife des ewig wiederkehrenden Warum-Fragens geraten. Denn dardurch entsteht ein Knoten, ein Knoten, der das Weitergehen, Weiterfließen verhindert. Wir verharren an einem toten Punkt und versäumen darüber das, was gerade im Augenblick, im Hier und Jetzt, ist.

      Ich möchte mich nicht mehr fragen warum. Ich gebe die Frage ab, nach Oben, wenn Du so willst, an eine höhere Macht, an Gott, Buddha, oder ich weiß nicht was. Eines Tages werde ich es schon wissen.

      Und ich glaube auch fest daran, dass – falls T und ich tatsächlich füreinander bestimmt sein sollten – dann werde ich das schon erfahren. Ich bin offen, offen für alles, aber ich will so angenommen werden, wie ich bin. Mit der Bereitschaft mich zu ändern, auch auf den anderen zuzugehen. Wenn Du verstehst, was ich meine….

      Hab keine Angst, das musst Du nicht. Du nicht, ich nicht, keiner. Angst ist ja ein schlechter Berater. Und alleine sind wir sowieso. Mit oder ohne Partner.

      Bin ebenfalls gespannt auf deine Geschichte,

      Gruß, Patricia

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